Veranstaltung am 10.12.2005

Adventlicher Höchst- und Hörgenuss

20051210.jpg Auf unserer Adventsveranstaltung in der herrlichen St. Johannis-Evangelist-Kirche durften wir uns über besonders hochkarätige künstlerische Unterstützung freuen: Ulrich Matthes, der große Film- und Theaterschauspieler, hatte zugesagt, an diesem Abend zu lesen. Für die musikalische Begleitung konnten wir das junge und mehrfach preisgekrönte „Amaryllis“-Streichquartett aus der Schweiz gewinnen.

Russische Weihnachtsgeschichten in Verbindung mit einer großartigen Interpretation von Franz Schuberts letztem Streichquartett in G-Dur brachten Wärme in die Gemüter der knapp 200 Zuschauer an diesem klirrend kalten Winterabend. Am Ende gab es Glühwein und eine großzügig gefüllte Spendenkasse.

Wir danken allen – auch von Fern angereisten – Gästen für Ihre weihnachtliche Unterstützung.

Ulrich Matthes

Ulrich Matthes erhielt seine Schauspielausbildung Anfang der 80er Jahre bei der renommierten Lehrerin Else Bongers in Berlin. Am Theater wirkte er seit den 1980er Jahren an den Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Münchner Staatsschauspiel, an den Münchner Kammerspielen, später in Berlin an der Schaubühne am Lehniner Platz und am Deutschen Theater sowie in Wien am Burgtheater. Seit der Saison 2004/05 ist er festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater in Berlin („Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, „Minna von Barnhelm“). Regie führte er zuvor schon in Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ in den Kammerspielen des Deutschen Theaters.
Zudem wirkte Ulrich Matthes in zahlreichen Filmen mit. Im Kino war er in „Winterschläfer“ (1997), „Aimee und Jaguar“ (1997), und „Abgehauen“ (1998) zu sehen, bevor er 2004 gleich in zwei großen Kinofilmen, die sich mit dem Dritten Reich beschäftigten, mitspielte: In dem Oscar-Kandidaten „Der Untergang“ verkörperte er Joseph Goebbels und in „Der neunte Tag“ wirkte er unter der Regie von Volker Schlöndorff als luxemburgischer Priester im KZ Dachau. 1987 und 2005 wurde er zum besten Schauspieler des Jahres von „Theater heute“ gewählt, 1998 erhielt er den Bayrischen Filmpreis und 2002 übergab man ihm den Preis für das beste Hörbuch.

Das Amaryllis-Quartett

Das Amaryllis-Quartett wurde im Jahr 20 00 an der Hochschule für Musik und Theater in Bern gegründet. Maßgeblich verdankt das Quartett seinen Erfolg dem intensiven Quartettstudium bei Walter Levin (LaSalle Quartett) in Basel. Es sucht eine Herausforderung in der Gestaltung von Programmen, die im Spannungsfeld zwischen den klassischen Streichquartettkompositionen und den Werken der Neuen Wiener Schule um Arnold Schönberg stehen. Das Amaryllis-Quartett spielt regelmäßig in Konzertreihen und auf Festivals in Deutschland und in der Schweiz, unter anderem auch bei der Biennale Bern und beim Internationalen Beethovenfest in Bonn.
Außerdem wurden Erfolge bei Auftritten in der Stuttgarter Liederhalle und beim Lucerne Festival gefeiert. Im April 2005 gewann das Amaryllis-Quartett den 1. Preis beim Internationalen „Charles Hennen Concours” in den Niederlanden.

Zu den einzelnen Künstlern

Der 27-jährige Geiger Gustav Frielinghaus erhielt den wichtigsten Teil seiner Ausbildung bei Prof. Igor Ozim in Bern, nachdem er zuvor bei Prof. Winfried Rüssmann in Hamburg studierte. Neben Opernproduktionen und Sinfoniekonzerten als Konzertmeister, trat er solistisch mit internationalen Jugendorchestern in Asien und den USA und dem Bieler Sinfonieorchester in der Schweiz auf. Besonders die Kammermusik nimmt mit Rezitals in Norddeutschland und eigenen Projekten einen großen Stellenwert ein. Derzeit studiert Gustav Frielinghaus bei Prof. Thomas Brandis in Lübeck.

Lena Wirth, geb. 1983 in Schwetzingen, begann 2002 ihr Studium bei Prof. Jörg Hofmann in Freiburg und wechselte dieses Jahr zu Prof. Albrecht Breuninger nach Karlsruhe. Schon früh widmete sie sich der Kammermusik, ist Preisträgerin von „Jugend musiziert”, spielte im Streichquartett an der Freiburger Musikhochschule, sowie in Meisterkursen beim Mandelring-Quartett und dem Trio op. 8, bevor sie 2004 zum Amaryllis-Quartett hinzu kam. Neben weltweiten Reisen als Konzertmeisterin in verschiedenen Jugendorchestern, hatte sie solistische Auftritte mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester und der Capella Palatina.

Sarah Darling, geb. 1979 in den USA, studiert bei Prof. Wolfram Christ in Freiburg und spielt seit 2003 im Amaryllis-Quartett. Zuvor war sie an den Universitäten von Harvard, Juilliard und Amsterdam. Zu ihren Lehrern, u.a. in Meisterkursen, gehörten Karen Tuttle, James Dunham, Nobuko Imai, Kim Kashkashian, Barbara Westphal und Gerard Causse. Solistische Auftritte hatte sie bei den Holland Music Sessions und der Verbier Academy. Kammermusikerfahrung sammelte Sarah Darling in Konzerten und Festivals, die sie u.a. mit dem Vermeer-, dem Tokyo-, dem Juilliard- und dem Cleveland Quartet zusammen brachten. Besonders geprägt wurde sie durch ihr Kammermusikstudium bei Robert Levin.

Der 25-jährige Cellist Yves Sandoz aus Solothurn/Schweiz begann 2000 sein Studium bei Prof. Reinhard Latzko in Basel. Meisterkurse besuchte er bei Monique Bartels, Christophe Coin, Wen-Sinn Yang und Martin Zeller. Er war Stimmführer des Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchesters und trat solistisch mit Orchestern aus Grenchen, Burgdorf und Solothurn auf. Seit 2003 spielt Sandoz im Amaryllis-Quartett, zuvor wurde er Preisträger des Schweizer Kammermusikwettbewerbs und spielte bei den Orpheus-Konzerten. Außerdem erhielt er 2004 den Werkjahrpreis des Kantons Solothurn. Derzeit studiert er an der Musikhochschule Saarbrücken bei Prof. Gustav Rivinius.

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